Arzthaftung

Haftung des Arztes

Die Arzthaftung gründet sich per se nicht auf eine spezielle, auf die Tätigkeit von Humanmedizinern abstellende Haftungsvorschrift. Vielmehr entspricht sie der normalen sogenannten „Expertenhaftung“, der jede Profession unterliegt.

Das besondere Gefährdungselement für Ärzte entspringt daher nicht einer gesetzlichen Grundlage, sondern der anspruchsvollen beruflichen Tätigkeit am menschlichen Körper. Diese Tätigkeit kann im Falle einer Schädigung – oder auch bloß behaupteten Schädigung – eines Patienten sowohl eine zivilrechtliche Haftung als auch eine strafrechtliche Verfolgung nach sich ziehen.

Die zivilrechtliche Haftung äußert sich in den verschiedenen Formen von Schadenersatz und Schmerzensgeld, die ein geschädigter Patient fordern kann – und vereinzelt auch bereits dessen Angehörige können. Solche Risiken werden in einer Berufshaftpflichtversicherung abgesichert, wobei vom Versicherungsschutz insbesondere auch Anwalts-, Gerichts- und Sachverständigenkosten für Abwehrhandlungen und -prozess gegen erhobene Forderungen umfasst sind.

Fälschlich wird eine zivilrechtliche Haftung häufig nur für selbständige (niedergelassene) Ärzte und Krankenhausträger angenommen. Diese sind zwar tatsächlich einer erhöhten Haftungsgefahr ausgesetzt, im Wege der sogenannten „Dienstnehmerhaftung“ ist aber sehr wohl auch eine Inanspruchnahme eines angestellten Arztes möglich. Das Haftungspotential aus der Tätigkeit als Arzt zählt zu den „existenzzerstörenden“ Risiken. Solche sollten Sie zuallererst und ausreichend absichern. Dass solche Schäden (noch) relativ selten schlagend werden, ist ein häufiges Merkmal solcher Risiken.

Die relative Seltenheit beschert Ihnen die derzeit niedrigen Versicherungsbeiträge, ist aber kein Schutz im individuellen Einzelfall!

Strafrechtliche Gefährdung des Arztberufs

Strafrechtlich relevant sind viele Fälle einer Schadennahme eines Patienten durch ärztliche Behandlung deshalb, weil die ärztliche Behandlung von vorneherein nur aufgrund besonderer Bestimmungen nicht als „Körperverletzung“ eingestuft wird. Diese Grenze wird jedoch sehr leicht überschritten, wenn es zu Behandlungsfehlern kommt oder solche anzunehmen sind. Es gilt der Grundsatz: Eine Behandlung ohne die entsprechende Einwilligung des Patienten sowie die (dokumentierte) Aufklärung kann im Zweifel als Körperverletzung anzusehen sein.

Eine strafrechtliche Haftung trifft immer den Arzt persönlich.
Im Fall einer strafrechtlichen Untersuchung benötigen Sie daher die Leistungen aus einer speziellen Ärzte-Rechtsschutzversicherung. Leider sind auch in vielen gängigen, angeblich speziell für Ärzte kreierten Versicherungsprodukten, die erforderlichen Deckungsbausteine für den Fall eines Strafverfahrens nicht enthalten.

Konsultieren Sie daher in diesen berufsnahen Risikobereichen jedenfalls immer einen auf Ärzterisiken spezialisierten Versicherungsexperten.